Helfen statt Blockieren

Wirtschaft, Lagebericht

Blockaden und Weltwirtschaft 2026

· Redaktion Helfen statt Blockieren

Ein Lagebericht in acht Kapiteln: wie es der Weltwirtschaft im Herbst 2026 geht, welche Blockaden wirken, was sie in Amerika, Europa, Russland, China, Asien, am Golf, in Afrika und in Kuba anrichten, was Geld, Recht und Arbeit brauchen und welche Wege die großen Institutionen für möglich halten. Mit Datentabellen, Grafiken und allen Quellen, ohne eigene Prognose.

Kurzfassung

35 Bio. $Welthandel mit Waren und Dienstleistungen 2025, ein RekordUNCTAD, 9.10.2026
+3,9 %Warenhandel 2026 nach Volumen, PrognoseWTO, Oktober 2026
72 %des Warenhandels laufen weiter zu WTO-BedingungenWTO-Generaldirektorin, Oktober 2026
296Unsicherheitsindex 2026, Durchschnitt 1990 bis 2019 = 100World Uncertainty Index

1. Die Weltwirtschaft im Herbst 2026

Der IWF erwartet im Oktober 2026 für die Weltwirtschaft 3,1 Prozent Wachstum, nach 3,5 Prozent im Jahr 2025; 2027 sollen es 3,4 Prozent sein. Die Weltbank rechnet zu Marktwechselkursen mit 2,5 Prozent (Juni), die OECD mit 2,9 Prozent (September). Industrieländer wachsen um 2,1 Prozent, Schwellen- und Entwicklungsländer um 3,7 Prozent. Den größten Einbruch erlebt der Nahe Osten: minus 0,3 Prozent für die Region, minus 3,3 Prozent in Saudi-Arabien, minus 7,6 Prozent in Iran. Die Inflation steigt weltweit auf 4,7 Prozent, weil Öl im Schnitt 96 US-Dollar je Fass kostet, 41 Prozent mehr als 2025.

Wachstum 2026 nach Regionen: der Golf bricht ein

Reales BIP, Veränderung gegen 2025 in Prozent, Prognose des IWF vom Oktober 2026. Welt: +3,1 Prozent.

VolkswirtschaftWachstum 2026
Indien (Fiskaljahr)+7,0 %
China+4,5 %
Afrika südlich der Sahara+4,5 %
USA+2,3 %
Brasilien+2,2 %
Deutschland+1,3 %
Euroraum+1,1 %
Russland+0,9 %
Naher Osten und Zentralasien−0,3 %
Saudi-Arabien−3,3 %
Iran−7,6 %

Quelle: IWF DataMapper (NGDP_RPCH, WEO Oktober 2026), abgerufen am 3.11.2026.

Tabelle 1: Reales Wirtschaftswachstum in Prozent (IWF, Oktober 2026)
Volkswirtschaft oder Region2024202520262027
Welt3,53,53,13,4
Industrieländer2,02,02,11,8
Schwellen- und Entwicklungsländer4,54,53,74,4
USA3,02,32,32,3
Euroraum1,21,21,11,2
Deutschland0,00,21,31,1
China5,05,04,54,0
Indien (Fiskaljahr)7,27,87,07,0
Russland4,91,00,90,9
Brasilien3,42,32,21,9
Mexiko1,50,51,51,8
Lateinamerika und Karibikk. A.2,52,32,5
Saudi-Arabien2,64,6−3,37,9
Iran3,7−0,9−7,63,6
Naher Osten und Zentralasien3,03,7−0,36,3
Afrika südlich der Sahara4,24,54,54,5
Nigeria4,14,04,24,3
Südafrika0,51,11,01,3

Quelle: IWF DataMapper (NGDP_RPCH, WEO Oktober 2026) und WEO Oktober 2026, Tabelle 1.1 (Lateinamerika); 2026 und 2027 Prognosen. Datei daten/ergebnis_iwf_wachstum.csv.

Die Werte der Weltbank und der OECD sind zu Marktwechselkursen gerechnet und deshalb niedriger als die des IWF, der Länder nach Kaufkraft gewichtet; die Richtung stimmt überein.

2. Handel: Volumen, Werte, Verschiebungen

Nach UNCTAD erreichte der Handel mit Waren und Dienstleistungen 2025 den Rekord von 35 Billionen US-Dollar. Das Volumen des Warenhandels wuchs nach der WTO 2025 um 4,2 Prozent; für 2026 erwartet sie 3,9 und für 2027 4,1 Prozent, für Waren und Dienste zusammen 3,7 und 4,7 Prozent (der IWF rechnet mit 4,6 und 4,7 Prozent). Der Aufschwung ist schmal: Güter für künstliche Intelligenz stellten im ersten Halbjahr 2026 14,8 Prozent des Warenhandels und rund 47 Prozent seines Wachstums; zehn Länder liefern etwa 85 Prozent davon. Die Verflechtung insgesamt stagniert: Der Welthandel entsprach 2008 60,3 Prozent und 2024 56,7 Prozent der Weltwirtschaftsleistung (Weltbank).

Tabelle 2: Volumen des Warenhandels nach Regionen, Veränderung in Prozent (WTO-Prognose)
RegionAusfuhr 2026Ausfuhr 2027Einfuhr 2026Einfuhr 2027
Nordamerika+5,7+1,5+1,4+2,7
Südamerika+3,4+3,4+4,6+4,7
Europa−0,1+1,8+0,5+1,4
GUS−3,9+5,3+8,8+2,2
Afrika+5,6−0,7+8,9+5,3
Naher Osten−17,2+23,3−15,4+17,0
Asien+9,9+5,2+9,5+5,6
Welt, Warenhandel+3,9+4,1

Quelle: WTO, Global Trade Outlook and Statistics, Update Oktober 2026.

Anteile an der Warenausfuhr der Welt, 2000 bis 2025

Prozent des Werts aller Warenausfuhren der Welt in US-Dollar. Wechselkurse beeinflussen die Anteile.

JahrChinaUSADeutschlandJapan
20003,812,18,57,4
20014,311,79,26,5
20025,010,69,46,4
20035,79,59,96,2
20046,48,89,86,1
20057,28,59,25,6
20067,98,49,15,3
20078,68,19,45,1
20088,87,98,94,8
20099,58,38,94,6
201010,38,38,25,0
201110,38,08,04,5
201211,08,37,54,3
201311,68,37,63,8
201412,38,57,83,6
201513,79,08,03,8
201613,09,08,34,0
201712,78,78,13,9
201812,78,57,93,8
201913,18,67,83,7
202014,68,07,83,6
202114,87,87,33,4
202214,28,26,73,0
202314,18,47,13,0
202414,58,46,82,9
202514,38,36,72,8

Quelle: Weltbank, World Development Indicators, TX.VAL.MRCH.CD.WT (Daten der WTO), Stand 8.10.2026; Anteile: Helfen statt Blockieren, daten/ergebnis_wb_anteil_warenausfuhr.csv.

Die Gewichte verschieben sich: Chinas Anteil an der Warenausfuhr der Welt stieg von 3,8 Prozent (2000) auf 14,3 Prozent (2025), der der USA fiel von 12,1 auf 8,3 Prozent, der Deutschlands von 8,5 auf 6,7 Prozent. Die Direktinvestitionen stiegen 2025 nach UNCTAD um 6 Prozent auf 1,6 Billionen US-Dollar, in Industrieländer um 11, in Entwicklungsländer um 2 Prozent, nach Afrika fielen sie um 26 Prozent.

3. Die Werkzeuge der Blockade

Blockaden wirken über fünf Kanäle: Sanktionen gegen Staaten, Firmen und Personen; Zölle; Ausfuhrkontrollen für Technik und Rohstoffe; Sperren im Zahlungsverkehr; Sperren von Seewegen. Die Tabelle fasst die Kennzahlen zusammen. Die Zeitreihen dazu stehen in Sanktionen seit 1950 und Wirtschaftsraum gegen Wirtschaftsraum; dieser Bericht wiederholt sie nicht, sondern ordnet sie ein.

Tabelle 3: Die Werkzeuge der Blockade in Zahlen
WerkzeugKennzahlQuelle
Sanktionen615 Fälle in Kraft (2023), 121 neue im Jahr 2023; USA 46,5 Prozent der FälleGSDB, Release 4
Handelsschranken4.351 neue schädliche Maßnahmen 2025, 1.547 öffnendeGlobal Trade Alert, Kennzahl
Einfuhrbeschränkungen der G20betreffen 22,0 Prozent der G20-Einfuhr (Mitte Oktober 2025)WTO, 32. G20-Bericht
US-Zölleeffektiver Durchschnittssatz etwa 12 Prozent (Juni 2026), Annahme des IWF 13,5 Prozent (April 2026)Weltbank; IWF
Ausfuhrkontrollen für Rohstoffeetwa verfünffacht 2009 bis 2024; 16 Prozent des Handels betroffenOECD
Sanktionspakete der EU gegen Russland21 bis Juli 2026; über 100 Banken mit Geschäftsverbot; 673 Schiffe gelistetEU-Kommission
Rückzug der Korrespondenzbankenminus 19,4 bis minus 47,1 Prozent je Region, 2011 bis 2022BIZ, CPMI
SeewegeStraße von Hormus: vor dem Krieg rund 20 Millionen Fass am Tag, davon 3,5 bis 5,5 Millionen umgeleitetWTO
Unsicherheit in der Weltwirtschaft, 1995 bis 2026

World Uncertainty Index, weltweiter Durchschnitt von 143 Ländern, Jahresmittel; Durchschnitt 1990 bis 2019 = 100. 2026: erste drei Quartale.

JahrIndex
199565
199672
199767
199886
199975
200077
200191
200289
2003104
200487
200591
200689
200786
200884
200988
201096
2011112
2012143
2013143
2014126
2015149
2016176
2017154
2018126
2019169
2020173
2021138
2022150
2023132
2024112
2025294
2026 (drei Quartale)296

Quelle: Ahir, Bloom und Furceri, World Uncertainty Index, über FRED (WUIGLOBALSMPAVG), abgerufen am 3.11.2026. Jahresmittel und Umrechnung: Helfen statt Blockieren, daten/ergebnis_wui_jahr.csv.

Über allen Werkzeugen liegt die Unsicherheit. Der World Uncertainty Index stand 2025 bei 294 und in den ersten drei Quartalen 2026 bei 296 (Mittel 1990 bis 2019 = 100). Der Index der Federal Reserve zur Unsicherheit über Handelspolitik lag 2025 bei 538 und 2026 bis Oktober bei 253, nach meist 24 bis 30 in den Jahren 2010 bis 2014.

4. Regionen im Einzelnen

Amerika

USA 2026: +2,3 % · Lateinamerika und Karibik: +2,3 % · effektiver US-Zoll etwa 12 %

Die USA sind zugleich der größte Verhänger von Sanktionen (46,5 Prozent aller Fälle 2023 nach der GSDB) und das Land mit den stärksten Zollerhöhungen seit 2025. Nach dem Urteil des Supreme Court vom Februar 2026 gegen die Zölle nach dem Notstandsgesetz sank der effektive Zollsatz nach der Weltbank von etwa 14 auf etwa 12 Prozent. Am 1. Juli 2026 verweigerten die USA die Verlängerung des Abkommens mit Kanada und Mexiko; es gilt bis 2036, wird aber jährlich überprüft. Die Einfuhr der USA aus China fiel 2025 um 29 Prozent (WTO).

In Lateinamerika und der Karibik wächst die Wirtschaft 2026 nach dem IWF um 2,3 Prozent, Brasilien um 2,2, Mexiko um 1,5 Prozent. Die Region hat seit 2011 nach der BIZ 47,1 Prozent ihrer Korrespondenzbankbeziehungen verloren, die Karibik 52,1 Prozent. Das Abkommen der EU mit dem Mercosur wird seit Mai 2026 vorläufig angewandt.

Europa

Euroraum 2026: +1,1 % · Deutschland: +1,3 % · Ausfuhrvolumen Europa 2026: −0,1 %

Europas Warenausfuhr stagniert 2026 nach der WTO. Die EU sanktioniert so viel wie nie (21 Pakete gegen Russland), setzt aber ihren Schutz vor fremden Sanktionen kaum durch und hat ihren Binnenmarkt nicht vollendet: Hürden wie ein Zoll von rund 45 Prozent auf Waren und 110 Prozent auf Dienste (IWF). Deutschland, mit Handel von 79,1 Prozent des BIP besonders offen, exportierte 2025 9,4 Prozent weniger in die USA und 9,7 Prozent weniger nach China (Destatis). Einzelheiten: Wo die EU es nicht schafft und wo doch, Was braucht Deutschland?.

Russland

2026: +0,9 % · Öl- und Gaseinnahmen Januar bis Oktober 2025: −21 % · EU-Ausfuhr nach Russland zu 58 % erfasst

Gegen keine große Volkswirtschaft sind die Sanktionen so umfassend. Nach dem Europäischen Auswärtigen Dienst erfassen die EU-Beschränkungen 58 Prozent der früheren Ausfuhr und 61 Prozent der Einfuhr. Die Öl- und Gaseinnahmen des Staates sanken von Januar bis Oktober 2025 um 21 Prozent auf 7,5 Billionen Rubel, auch wegen niedriger Ölpreise und eines starken Rubels (Finanzministerium nach Moscow Times). Die Wirtschaft wächst nach dem IWF 2026 um 0,9 Prozent. Der Handel läuft teils über Nachbarn und Drittstaaten; das 21. Paket listet 27 Firmen in Drittstaaten, 14 in China (Umwege).

China

2026: +4,5 % · Anteil an der Warenausfuhr der Welt 2025: 14,3 % · Anteil am Welt-BIP (Kaufkraft) 2026: 19,9 %

China ist das Ziel der meisten Ausfuhrkontrollen für Spitzentechnik und zugleich Urheber eigener Kontrollen für Rohstoffe wie Seltene Erden (siehe Magazinkapitel). Der Handel mit den USA ist seit 2024 um mehr als ein Fünftel geschrumpft (UNCTAD); Chinas Anteil an der US-Einfuhr fiel 2025 von 13,8 auf 9,3 Prozent (WTO). Die Einfuhr Deutschlands aus China stieg 2025 um 8,8 Prozent auf 170,6 Milliarden Euro, die Ausfuhr dorthin fiel um 9,7 Prozent (Destatis).

Asien

Indien 2026: +7,0 % · Ausfuhrvolumen Asien 2026: +9,9 % · KI-Güter: 14,8 % des Warenhandels

Asien trägt nach UNCTAD 2026 rund 60 Prozent des weltweiten Wachstums. Der Handelsaufschwung hängt an Gütern für künstliche Intelligenz, die im ersten Halbjahr 2026 14,8 Prozent des Warenhandels und rund 47 Prozent seines Wachstums ausmachten (WTO). Die EU und Indien haben am 27. Januar 2026 ihre Verhandlungen über ein Handelsabkommen abgeschlossen. Mehr als die Hälfte der 465 Millionen Arbeitsplätze, die nach der ILO am Handel hängen, liegt in Asien und im Pazifikraum.

Golf und Naher Osten

Naher Osten und Zentralasien 2026: −0,3 % · Saudi-Arabien: −3,3 % · Iran: −7,6 % · Ausfuhrvolumen Naher Osten: −17,2 %

Der Krieg mit Iran und die Sperrung der Straße von Hormus sind die größte Blockade des Jahres. Vor dem Krieg liefen dort nach der WTO rund 20 Millionen Fass Öl am Tag; 3,5 bis 5,5 Millionen konnten umgeleitet werden. Im ersten Halbjahr 2026 fiel die Rohölausfuhr der Region um etwa 24 Prozent, die von Flüssiggas um etwa 47 Prozent. Brent kostete am 8. April 2026 in der Spitze 138 US-Dollar, nach etwa 70 vor dem Krieg; nach einer Einigung im Juni fiel der Preis auf etwa 75, inzwischen liegt er wieder bei etwa 100 US-Dollar. Der IWF senkte seine Prognose für die Region gegenüber April um 2,2 Prozentpunkte. Die Blockade Katars durch Nachbarn von 2017 bis 2021 zeigt, dass es auch Blockaden innerhalb der Region gibt (Magazinkapitel).

Afrika

Afrika südlich der Sahara 2026: +4,5 % · Direktinvestitionen 2025: −26 % · Überweisungskosten: 8,16 %

Die Wirtschaft südlich der Sahara wächst 2026 nach dem IWF um 4,5 Prozent, nach der Weltbank um 4,0 Prozent. Die Direktinvestitionen nach Afrika fielen 2025 nach einem Ausnahmejahr um 26 Prozent auf 70 Milliarden US-Dollar (UNCTAD). Überweisungen nach Afrika südlich der Sahara sind mit 8,16 Prozent Gebühr die teuersten der Welt (Weltbank, viertes Quartal 2024), und die Region hat seit 2011 34,2 Prozent ihrer Korrespondenzbankbeziehungen verloren (BIZ). Ein Drittel der Länder mit niedrigem Einkommen wird nach der Weltbank Ende 2026 ärmer sein als 2019.

Kuba

UN-Abstimmung 28.10.2026: 130 Ja, 17 Nein, 25 Enthaltungen · Ausfuhr der EU nach Kuba 2025 gegen 2015: −44,3 % · 1.351 politische Gefangene

Kuba ist der Schwerpunkt dieser Woche und einer der ältesten noch bestehenden Fälle. Das US-Embargo besteht seit Anfang der 1960er Jahre; 2026 kamen Zusatzzölle gegen Länder hinzu, die Kuba Öl liefern (Executive Order 14380). Die Ausfuhr der EU nach Kuba sank von 2.139,6 Millionen Euro (2015) auf 1.191,4 Millionen Euro (2025), minus 44,3 Prozent (Eurostat, eigene Auswertung); die Daten zeigen den Rückgang, nicht seinen Grund. Ebenso gehört zum Bild das Versagen der kubanischen Führung: eine Währungsreform 2021 mit schwerer Inflation, enge Grenzen für private Initiative und politische Haft. Amnesty International nannte die Freilassungen von 2025 selektiv; Prisoners Defenders zählte im September 2026 1.351 politische Gefangene. Die UN-Generalversammlung forderte am 28. Oktober 2026 mit 130 Ja-Stimmen bei 17 Nein-Stimmen und 25 Enthaltungen ein Ende des Embargos (Die UN-Abstimmung einordnen, Kuba 2026 als Fall).

5. Geld, Recht, Arbeit

Handel braucht Finanzierung, Zahlungswege und Gerichte. Bei allen dreien zeigen die Daten Engpässe, die ärmere und kleinere Länder stärker treffen. Ausführlich: Was braucht die Wirtschaft?.

Tabelle 4: Geld, Recht, Arbeit
BereichKennzahlQuelle
Lücke der Handelsfinanzierung2,5 Billionen US-Dollar (2025); 41 Prozent der Anträge kleiner und mittlerer Firmen abgelehntADB
KorrespondenzbankenRückgang 2011 bis 2022 in allen Regionen; US-Dollar 50,9 Prozent des ZahlungswertsBIZ, CPMI
Kosten einer Überweisung von 200 US-Dollar6,26 Prozent weltweit, 8,16 Prozent nach Afrika südlich der Sahara (4. Quartal 2024); Ziel unter 3 ProzentWeltbank
Ziele der G20 für Zahlungen über Grenzenbis 2027 „unwahrscheinlich“ weltweit erreichbarFSB, Oktober 2025
Streitbeilegung der WTOBerufungsinstanz seit Dezember 2019 nicht besetzt; Übergangslösung mit 59 von 166 Mitgliedern (April 2026)Wikipedia (Sekundärquelle)
Arbeitsplätze am Handel465 Millionen weltweit, mehr als die Hälfte in Asien und im PazifikraumILO
Investitionshindernis Unsicherheit83 Prozent der Firmen in der EUEIB, 2025
Weniger Banken, die Zahlungen weiterreichen

Zahl der aktiven Korrespondenzbankbeziehungen, Veränderung 2011 bis 2022 in Prozent, nach Region der Bank. Grundlage: Zahlungsnachrichten über SWIFT.

RegionVeränderung
Amerika ohne Nordamerika−47,1 %
Ozeanien−37,8 %
Europa ohne Osteuropa−34,2 %
Afrika−34,2 %
Osteuropa−34,0 %
Asien−29,9 %
Nordamerika−19,4 %

Quelle: BIZ, Ausschuss für Zahlungsverkehr und Marktinfrastrukturen (CPMI), Correspondent banking data, Chartpack Mai 2023, Tabelle 2 (MT 103 und MT 202 ohne MT 202COV).

6. Wohin es gehen kann

Für die lange Frist gibt es nur Spannen. Der IWF schätzt die Kosten eines Zerfalls in Blöcke auf 0,2 bis 7 Prozent der Weltwirtschaftsleistung, mit technischer Entkopplung in einzelnen Ländern 8 bis 12 Prozent; die WTO rechnet bei zwei Blöcken bis 2050 mit 13 Prozent weniger Welthandel und Verlusten von 6,5 Prozent des BIP für Entwicklungsländer und etwa 3 Prozent für Industrieländer; die EZB kommt im Extremfall auf bis zu 9 Prozent. Kurzfristig hielt der IWF im April 2026 bei einem schweren Ölschock rund 2 Prozent Weltwachstum für möglich; nach der Oktoberprognose sind es 3,1 Prozent. Ausführlich: Wohin bewegen wir uns?.

Was ein Zerfall der Weltwirtschaft kosten könnte: acht Schätzungen

Verlust gegenüber einer Welt ohne Fragmentierung. Die Studien messen Verschiedenes (Weltwirtschaftsleistung, Einkommen einzelner Länder, Inlandsverwendung), zu verschiedenen Zeitpunkten; sie sind nicht addierbar. Achse: Prozent.

024681012Zerfall in Blöcke, Welt, langfristig0,2 bis 7 % des Welt-BIPIWF 2023dazu technische Entkopplung, einzelne Länder8 bis 12 % des BIPIWF 2023Zerfall der Direktinvestitionen, Weltrund 2 % des Welt-BIPIWF 2023zwei Blöcke bis 2050, Industrie- und Entwicklungsländer3 und 6,5 % des BIPWTO 2023teilweise Rivalität, Welt, bis 20502,8 % des BIPWTO 2023Extremfall: Schranken zwischen Blöcken, Weltbis zu 9 % des Welt-BIPEZB 2024harte Abkopplung von China, Deutschland, dauerhaft1 bis 2 % der InlandsverwendungKiel 2024dieselbe, Deutschland, erste Monate4 bis 5 %Kiel 2024024681012Zerfall in Blöcke, Welt, langfristig0,2 bis 7 % des Welt-BIPIWF 2023dazu technische Entkopplung, einzelne Länder8 bis 12 % des BIPIWF 2023Zerfall der Direktinvestitionen, Weltrund 2 % des Welt-BIPIWF 2023zwei Blöcke bis 2050, Industrie- und Entwicklungsländer3 und 6,5 % des BIPWTO 2023teilweise Rivalität, Welt, bis 20502,8 % des BIPWTO 2023Extremfall: Schranken zwischen Blöcken, Weltbis zu 9 % des Welt-BIPEZB 2024harte Abkopplung von China, Deutschland, dauerhaft1 bis 2 % der InlandsverwendungKiel 2024dieselbe, Deutschland, erste Monate4 bis 5 %Kiel 2024
Werte als Tabelle
SchätzungQuelleSpanne
Zerfall in Blöcke, Welt, langfristigIWF 20230,2 bis 7 % des Welt-BIP
dazu technische Entkopplung, einzelne LänderIWF 20238 bis 12 % des BIP
Zerfall der Direktinvestitionen, WeltIWF 2023rund 2 % des Welt-BIP
zwei Blöcke bis 2050, Industrie- und EntwicklungsländerWTO 20233 und 6,5 % des BIP
teilweise Rivalität, Welt, bis 2050WTO 20232,8 % des BIP
Extremfall: Schranken zwischen Blöcken, WeltEZB 2024bis zu 9 % des Welt-BIP
harte Abkopplung von China, Deutschland, dauerhaftKiel 20241 bis 2 % der Inlandsverwendung
dieselbe, Deutschland, erste MonateKiel 20244 bis 5 %

Quellen: IWF SDN/2023/001; IWF-Blog zu WEO April 2023, Kapitel 4; WTO, World Trade Report 2023, Abbildung D.4; EZB Occasional Paper 365; Kiel Policy Brief 170. Zusammenstellung: Helfen statt Blockieren, daten/werte_berichte.csv.

Die Welt wird mehrpolig: Anteile an der Weltwirtschaft

Anteil am Bruttoinlandsprodukt der Welt zu Kaufkraftparitäten, in Prozent; 2030 Prognose des IWF.

JahrChinaUSAEUIndien
19903,621,725,03,4
20006,720,421,63,9
201012,817,117,65,3
202018,415,315,26,8
202519,614,614,08,2
2030 (Prognose)20,313,912,99,9

Quelle: IWF DataMapper, Reihe PPPSH (WEO Oktober 2026), abgerufen am 3.11.2026; daten/ergebnis_iwf_anteil_kkp.csv.

7. Lücken, Methode, Grenzen

Dieser Bericht stützt sich nur auf veröffentlichte Daten und Berichte unabhängiger und bekannter Stellen: IWF, Weltbank, WTO, UNCTAD, OECD, BIZ, ILO, EZB, Europäische Investitionsbank, Asiatische Entwicklungsbank, Finanzstabilitätsrat, Destatis, Eurostat, die Wirtschaftsinstitute der Gemeinschaftsdiagnose, das Kiel Institut, die Global Sanctions Data Base und Global Trade Alert (nur Kennzahlen, Lizenz CC BY-NC 4.0). Wo die Primärseite nicht abrufbar war, ist die Sekundärquelle genannt und gekennzeichnet. Eigene Rechnungen (Anteile, Jahresmittel, Index) liegen als Skript und Tabelle bei. Eine eigene Prognose enthält der Bericht nicht.

Nachrechnen: Die Reihen von IWF, Weltbank und den Unsicherheitsindizes lädt daten/abruf.py; die Auszüge liegen als daten/ergebnis_*.csv bei, die Werte aus Berichten in daten/werte_berichte.csv.

Diese Analyse ist eine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Sie gibt die Sicht der Redaktion wieder, stellt Argumente beider Seiten dar und macht keine eigene Prognose. „Helfen statt Blockieren“ ist überparteilich.

Quellen

Alle Online-Quellen abgerufen am 3. November 2026. Sekundärquellen sind gekennzeichnet; die Zahlen dort stammen vom genannten Herausgeber.