Blockaden treffen nicht nur einzelne Länder. Zölle, Ausfuhrkontrollen, Investitionsprüfungen und Sperren im Zahlungsverkehr richten sich heute gegen ganze Wirtschaftsräume, und die Schäden reichen weit über die Ziele hinaus. Diese Seite zählt die Maßnahmen, zeigt, wer wen womit blockiert, und nennt nur Schadensschätzungen, die belegt sind.
Handelsschranken seit 2009
Nach Jahr des Inkrafttretens. Schädlich heißt nach Global Trade Alert: benachteiligt ausländische Anbieter (Zölle, Subventionen für eigene Firmen, Ausfuhrverbote, Investitionsauflagen). 2026 bis 2. November: 4.411 schädliche und 1.488 liberalisierende Maßnahmen. Neuere Jahre werden mit Meldeverzug noch nach oben korrigiert.
| Jahr | schädlich | liberalisierend |
|---|---|---|
| 2009 | 3.081 | 451 |
| 2010 | 2.855 | 513 |
| 2011 | 3.002 | 530 |
| 2012 | 3.197 | 586 |
| 2013 | 3.174 | 575 |
| 2014 | 3.179 | 536 |
| 2015 | 3.197 | 606 |
| 2016 | 2.778 | 583 |
| 2017 | 2.823 | 596 |
| 2018 | 3.225 | 619 |
| 2019 | 3.114 | 629 |
| 2020 | 6.048 | 1.212 |
| 2021 | 5.612 | 1.014 |
| 2022 | 5.963 | 1.345 |
| 2023 | 5.302 | 1.170 |
| 2024 | 4.590 | 1.268 |
| 2025 | 4.351 | 1.547 |
Quelle: Global Trade Alert, Stand 2.11.2026, CC BY-NC 4.0; nur Jahreszahlen mit Quellenangabe, die Rohdaten geben wir nicht weiter.
Nach der Abgrenzung der Themenseiten von Global Trade Alert (G7, BRICS); diese verwenden eine engere Bewertungsstufe als die Gesamtreihe oben, die Zahlen sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
| Jahr | G7 | BRICS |
|---|---|---|
| 2009 | 1.089 | 1.238 |
| 2010 | 1.247 | 911 |
| 2011 | 1.133 | 1.191 |
| 2012 | 1.117 | 1.331 |
| 2013 | 1.024 | 1.299 |
| 2014 | 1.028 | 1.400 |
| 2015 | 1.116 | 1.218 |
| 2016 | 974 | 1.022 |
| 2017 | 955 | 1.139 |
| 2018 | 1.193 | 1.177 |
| 2019 | 1.113 | 1.109 |
| 2020 | 2.664 | 1.489 |
| 2021 | 2.307 | 1.591 |
| 2022 | 2.314 | 1.873 |
| 2023 | 1.989 | 1.740 |
| 2024 | 1.800 | 1.683 |
| 2025 | 1.775 | 1.342 |
Quelle: Global Trade Alert, Stand 2.11.2026, CC BY-NC 4.0; nur Jahreszahlen mit Quellenangabe, die Rohdaten geben wir nicht weiter.
Im Mittel der Jahre 2009 bis 2019 traten 3.057 schädliche Maßnahmen je Jahr in Kraft, 2020 bis 2025 5.311. Der Sprung 2020 fällt zeitlich mit der Pandemie zusammen; allein die Ausfuhrbeschränkungen für Medizingüter stiegen von 9 (2019) auf 207 (2020). Die G7 verdoppelten ihre schädlichen Maßnahmen von 1.113 (2019) auf 2.664 (2020), die BRICS-Staaten lagen 2025 bei 1.342. Liberalisierende Maßnahmen nahmen ebenfalls zu, von 451 (2009) auf 1.547 (2025), aber langsamer: im Trend um 63 je Jahr gegen 168 bei den schädlichen. Die meisten schädlichen Maßnahmen seit 2008 setzten diese Staaten um: United States of America 12.624, China 9.598, Brazil 8.362, Germany 4.838, India 3.768, Italy 3.665 (Global Trade Alert). Viele davon sind Subventionen und kleine Zollschritte; die Zahl sagt nichts über das betroffene Handelsvolumen.
Das Volumen misst die WTO: Neue Einfuhrbeschränkungen der G20 von Mitte Oktober 2024 bis Mitte Oktober 2025 betrafen Waren für 2.599 Mrd. US-Dollar oder 14,3 Prozent ihrer Einfuhren, mehr als viermal so viel wie im Vorjahr; alle seit 2009 eingeführten und noch geltenden Beschränkungen betrafen 22,0 Prozent der G20-Einfuhren, ein Jahr zuvor 12,9 Prozent (WTO). Über alle WTO-Mitglieder betrafen neue Beschränkungen im selben Zeitraum Einfuhren für 2.640 Mrd. US-Dollar oder 11,1 Prozent (WTO). Zugleich laufen nach WTO-Angaben noch rund 72 Prozent des Warenhandels zu WTO-Bedingungen.
2026 bis 2. November. Jedes Thema ist eine eigene Sammlung von Global Trade Alert mit eigener Abgrenzung; Zeilen nicht addieren.
| Thema | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Investitionsbeschränkungen | 55 | 126 | 123 | 84 | 82 | 95 | 104 | 206 |
| Ein- und Ausfuhrbeschränkungen kritische Rohstoffe | 42 | 57 | 51 | 160 | 108 | 84 | 240 | 115 |
| Exportkontrollen Halbleiter | 2 | 3 | 4 | 23 | 47 | 24 | 21 | 3 |
| Wirtschaftssanktionen wegen des Kriegs gegen die Ukraine | 0 | 0 | 4 | 479 | 245 | 303 | 365 | 353 |
| Chinas Sanktionen und Gegenmaßnahmen gegen die USA | 0 | 0 | 0 | 0 | 6 | 22 | 50 | 5 |
| Handelsmaßnahmen als Reaktion auf den Iran-Krieg 2026 | 0 | 4 | 0 | 0 | 2 | 0 | 2 | 421 |
Quelle: Global Trade Alert, Stand 2.11.2026, CC BY-NC 4.0; nur Jahreszahlen mit Quellenangabe, die Rohdaten geben wir nicht weiter.
Wer blockiert wen womit
Pfeil vom Verhängenden zum Betroffenen. Linienart und Farbe zeigen das Instrument. Mit Maus, Finger oder Tabulatortaste erscheinen Inhalt, Datum und belegter Schaden. Auswahl der wichtigsten Beziehungen, keine vollständige Liste.
- Sanktionen und Finanzsperren
- Zölle
- Öffnung durch Abkommen
- Export- und Rohstoffkontrollen
- Sperre von Seewegen
Auf schmalen Bildschirmen steht dieselbe Information in der Tabelle darunter.
| Wer | gegen wen | womit | seit | geschätzter Schaden (nur belegt) | Belege |
|---|---|---|---|---|---|
| USA | China | Zölle: Zölle nach Section 301 seit 2018; seit 24.7.2026 zusätzlich 12,5 Prozent (Section 301, Zwangsarbeit). Die 2025 auf das Notstandsgesetz IEEPA gestützten Zölle erklärte der Supreme Court am 20.2.2026 für unzulässig. | 2018 | Waffenruhe seit 10.11.2025, verlängert bis 10.1.2027. Eine belegte Gesamtschätzung des Schadens wurde in dieser Recherche nicht gefunden. | [1] [2] [3] [4] |
| USA | China | Export- und Rohstoffkontrollen: Exportkontrollen für Hochleistungschips, Fertigungsanlagen und Speicherchips, Listung chinesischer Firmen (Entity List). | Oktober 2022, verschärft 2023 und 2024 | Einzelbeleg: NVIDIA verbuchte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 eine Belastung von 4,5 Mrd. US-Dollar, konnte H20-Chips für 2,5 Mrd. US-Dollar nicht ausliefern und erwartete für das Folgequartal rund 8,0 Mrd. US-Dollar weniger Umsatz. | [5] [6] [7] [8] |
| China | USA | Export- und Rohstoffkontrollen: Ausfuhrkontrollen für kritische Rohstoffe und Seltene Erden; Ausfuhrverbot für Gallium, Germanium, Antimon und superharte Stoffe in die USA (Bekanntmachung 46/2024); sieben Seltene Erden genehmigungspflichtig (18/2025); Ausweitung mit Wirkung außerhalb Chinas (61/2025). | 2023; Dezember 2024; April und Oktober 2025 | Ausweitung vom Oktober 2025 zunächst bis 10.11.2026 ausgesetzt, mit der Waffenruhe bis 10.1.2027 verlängert; Verbot für zivile US-Empfänger ausgesetzt bis 27.11.2026. Die Kontrollen vom April 2025 gelten weiter. Gesamtschätzung: keine belegte Zahl gefunden. | [9] [4] [8] |
| China | EU | Export- und Rohstoffkontrollen: Dieselben Ausfuhrkontrollen gelten für Lieferungen in die EU (Genehmigungspflicht). | April 2025 | Im November 2025 meldeten 11,2 Prozent der deutschen Industriefirmen Materialmangel, in der Autoindustrie 27,6 Prozent; das ifo hielt Chinas Kontrollen für die naheliegende Ursache, abgefragt wurde sie nicht. | [10] [9] |
| USA | EU | Zölle: Zölle auf Stahl und Aluminium (Section 232) am 4.6.2025 auf 50 Prozent erhöht; seit 24.7.2026 10 Prozent abzüglich des Meistbegünstigungszolls auf übrige Waren (Section 301). | 2025 | Deutsche Ausfuhren in die USA Januar bis August 2026 −6,5 Prozent gegen 2024, Kraftwagen −26,8 Prozent. In den USA: Preisniveau langfristig etwa +0,7 Prozent, rund 1.100 US-Dollar je Haushalt und Jahr (nach geltendem Recht, Juli 2026). | [11] [1] [12] [13] |
| EU | China | Zölle: Ausgleichszölle auf batterieelektrische Autos, 7,8 bis 35,3 Prozent je Hersteller, für fünf Jahre. | 30.10.2024 | Keine belegte Schadenszahl in dieser Recherche. | [14] |
| EU | Russland | Sanktionen und Finanzsperren: Sanktionspakete mit Aus- und Einfuhrverboten; Ausschluss von Banken aus SWIFT (2.3.2022); Geschäftsverbot mit 70 russischen Banken und 632 gelistete Schiffe (20. Paket, 23.4.2026). | 2014, ausgeweitet seit 2022 | Handel Russlands mit sanktionierenden Staaten nach den Sanktionen von 2022 und 2023 im Mittel rund 24 Prozent niedriger als mit anderen Staaten; deutsche Ausfuhr nach Russland 26,8 Mrd. Euro (2021) und 6,9 Mrd. Euro (2025). | [15] [16] [17] [12] |
| USA | Russland | Sanktionen und Finanzsperren: Finanz-, Handels- und Technologiesanktionen. | 2014, ausgeweitet seit 2022 | Nach GSDB R4 gehören die Sanktionen der USA und Kanadas, gemessen an der Wirkung auf den Handel, zu den strengsten gegen Russland. | [17] |
| Russland | EU | Sanktionen und Finanzsperren: Einfuhrverbot für Lebensmittel aus der EU und anderen sanktionierenden Staaten; weitere Gegenmaßnahmen seit 2022. | 2014 | 2014 bis 2015 verlor Russland rund 53 Mrd. US-Dollar (7,4 Prozent der erwarteten Ausfuhren), die sanktionierenden Länder rund 42 Mrd. US-Dollar (0,3 Prozent ihrer Ausfuhren); der größte Teil des westlichen Verlusts betraf Waren ohne Verbot. | [18] |
| USA | Golf | Sperre von Seewegen: Sanktionen gegen Iran in mehreren Wellen seit 1979; Trennung iranischer Banken von SWIFT 2012 nach Beschluss des Rates der EU; Blockade der iranischen Ausfuhr auf See durch die USA seit 13.4.2026. | 1979; 2012; 13.4.2026 | Bis zur Blockade führte Iran nach Brookings rund 2 Mio. Barrel je Tag aus. | [19] [20] [21] |
| Golf | China | Sperre von Seewegen: Nach den Angriffen der USA und Israels auf Iran ab 28.2.2026 war die Straße von Hormus im Juni 2026 praktisch geschlossen: Iran griff Schiffe an, Versicherungen fielen weg. Vor dem Krieg liefen dort rund 20 Prozent des Ölangebots der Welt. | März 2026 | Stand Juni 2026. IEA: Förderung der betroffenen Länder um mehr als 14 Mio. Barrel je Tag gesunken, größte Lieferstörung in der Geschichte des Ölmarkts. Dallas Fed: Weltwachstum im zweiten Quartal 2026 annualisiert −2,9 Prozentpunkte; Ende 2026 je nach Dauer 0,2 bis 1,3 Prozentpunkte weniger (viertes Quartal zum Vorjahr). | [21] [22] [23] |
| Golf | EU | Sperre von Seewegen: Dieselbe Sperre trifft Europa über Öl-, Gas- und Treibstoffpreise. | März 2026 | Siehe Hormus und China; eine eigene Schätzung für die EU wurde nicht gefunden. | [21] [22] |
| USA | Mercosur | Zölle: Seit 24.7.2026 12,5 Prozent auf Waren aus Brasilien (Section 301, Zwangsarbeit), zusätzlich zu bestehenden Section-301-Zöllen. | 24.7.2026 | Keine belegte Schadenszahl in dieser Recherche. | [1] |
| EU | Mercosur | Öffnung durch Abkommen: Handelsabkommen EU und Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay), unterzeichnet 17.1.2026; das Europäische Parlament ließ es am 21.1.2026 vom EuGH prüfen; vorläufige Anwendung seit 1.5.2026. | 1.5.2026 | Öffnung, kein Schaden; Zölle fallen schrittweise über bis zu 18 Jahre. | [24] [25] |
| USA | ASEAN | Zölle: Seit 24.7.2026 Zölle nach Section 301 auf Waren aus 60 Volkswirtschaften, darunter Vietnam mit 12,5 Prozent. | 24.7.2026 | Keine belegte Schadenszahl in dieser Recherche. | [1] |
| China | ASEAN | Öffnung durch Abkommen: Erweiterung des Freihandelsabkommens ASEAN und China, unterzeichnet in Kuala Lumpur. | 28.10.2025 | Öffnung, kein Schaden. | [26] |
| USA | Afrika | Öffnung durch Abkommen: Zollfreiheit für afrikanische Waren (AGOA): Ende September 2025 ausgelaufen, rückwirkend erneuert, am 2.9.2026 bis 31.12.2028 verlängert. | 2.9.2026 (Verlängerung) | Öffnung nach einer Lücke; keine belegte Schadenszahl für die Lücke. | [27] |
| Saudi-Arabien, VAE, Bahrain, Ägypten | Katar | Sperre von Luftraum, Landgrenze und Häfen gegen Katar | 5.6.2017 bis 5.1.2021 (Erklärung von al-Ula) | Keine belegte Gesamtschätzung gefunden; Katar stützte Wirtschaft und Banken in den ersten Monaten mit Milliardenbeträgen (Angaben nur in Sekundärquellen). | [28] |
| ECOWAS | Niger | Schließung der Grenzen, Flugverbot, Stopp von Handel und Zahlungen, Einfrieren von Guthaben | nach dem Putsch 2023, aufgehoben 24.2.2024 | Keine belegte Schadenszahl in dieser Recherche. | [29] |
| USA | Kuba | Embargo, einer der ältesten noch bestehenden Fälle in der Liste von Hufbauer u. a. | 1960 | Das Embargo erschwert Handel und Zahlungen; zugleich trägt die kubanische Führung Verantwortung für das Versagen der eigenen Wirtschaftspolitik und für Repression: Prisoners Defenders zählte Ende September 2026 1.351 politische Gefangene. | [19] [30] |
Was Blockaden kosten: belegte Schätzungen mit Spannweite
| Blockade | Schätzung | Quelle |
|---|---|---|
| Zerfall der Weltwirtschaft in Blöcke, langfristig | 0,2 bis 7 Prozent der Weltwirtschaftsleistung; mit technischer Entkopplung in einzelnen Ländern 8 bis 12 Prozent | IWF 2023 [33] |
| Entkopplung in zwei Blöcke, langfristig | mindestens 5 Prozent der Weltwirtschaftsleistung | WTO-Generaldirektorin 2023 [34] |
| Sperre der Straße von Hormus 2026 | Weltwachstum im zweiten Quartal 2026 annualisiert −2,9 Prozentpunkte; Ende 2026 je nach Dauer 0,2 bis 1,3 Prozentpunkte weniger; Ölpreis (WTI) je nach Szenario 67 bis 132 US-Dollar | Dallas Fed, Szenarien [22] |
| US-Zölle für die USA selbst | Preisniveau langfristig etwa +0,7 Prozent; rund 1.100 US-Dollar je Haushalt und Jahr; durchschnittlicher Zollsatz 11,1 Prozent | Yale Budget Lab, 24.7.2026 [13] |
| Erstattung unzulässiger US-Zölle | rund 166 Mrd. US-Dollar von über 330.000 Importeuren eingenommen; bis Juli 2026 81 Mrd. US-Dollar erstattet | Urteil vom 20.2.2026 und Folgen [2] |
| Sanktionen gegen Russland, Handel | Handel mit sanktionierenden Staaten im Mittel etwa 24 Prozent niedriger (2022 bis 2023); vollständige Handelssanktionen allgemein etwa minus 64 Prozent | GSDB R4 [17] |
| Russland 2014 bis 2015, beide Seiten | Russland rund 53 Mrd. US-Dollar (7,4 Prozent der Ausfuhren), sanktionierende Länder rund 42 Mrd. US-Dollar (0,3 Prozent) | Crozet und Hinz 2020 [18] |
| Exportkontrollen Chips, ein Unternehmen | 4,5 Mrd. US-Dollar Belastung, 2,5 Mrd. US-Dollar nicht ausgeliefert, rund 8,0 Mrd. US-Dollar erwarteter Umsatzausfall im Folgequartal | NVIDIA 2025 [7] |
Die Schätzungen messen Verschiedenes (Wachstum, Handel, Preise, Verluste einzelner Firmen) und lassen sich nicht addieren. Wo keine belegte Zahl gefunden wurde, steht das in der Tabelle oben; geschätzt wird hier nichts selbst.
Zahlungssysteme: Ausschluss und Ausweichen
SWIFT ist der Nachrichtendienst der Banken für internationale Zahlungen mit Sitz in Belgien und unterliegt deshalb EU-Recht. Im März 2012 musste SWIFT nach einem Beschluss des Rates der EU sanktionierte iranische Banken trennen (SWIFT). Am 2.3.2022 beschloss die EU den Ausschluss von sieben russischen Banken (Rat der EU); mit dem 20. Paket vom 23.4.2026 ist EU-Firmen das Geschäft mit 70 russischen Banken und mit russischen Krypto-Anbietern verboten (Kommission).
Ausweichwege. Russland nutzt sein eigenes System SPFS, China baut CIPS aus. CIPS wickelte nach den Berichten der chinesischen Zentralbank 2023 Zahlungen über 123,06 Billionen Yuan ab, 2024 über 175,49 Billionen Yuan (plus 42,6 Prozent); für die Nachrichtenübermittlung stützt sich CIPS aber großteils weiter auf SWIFT (Übersicht). Ein Teil des Handels mit Russland läuft über Nachbarstaaten: Die deutsche Ausfuhr nach Kirgisistan lag 2023 beim 14-Fachen von 2021 (Eurostat, eigene Auswertung); die EU wandte deshalb im 20. Paket erstmals ihr Werkzeug gegen Umgehung an, gegen Kirgisistan (Kommission).
Folge für Unbeteiligte. Banken prüfen Zahlungen in und aus sanktionierten Ländern streng und lehnen im Zweifel ab. Davon sind auch erlaubte Geschäfte und humanitäre Lieferungen betroffen; eine amtliche Zählung abgelehnter Zahlungen gibt es in Deutschland nicht.
Grenzen
Global Trade Alert zählt Maßnahmen, nicht ihre Größe, und korrigiert neuere Jahre wegen Meldeverzugs nach oben. Die Einteilung in Wirtschaftsräume ist eine Vereinfachung: Sanktionen werden meist von Staaten oder der EU gegen Staaten, Firmen und Personen verhängt. Für viele Beziehungen gibt es keine belegte Schadensschätzung; dann steht das so da. Die Lage ändert sich schnell, Stand ist der 3. November 2026.
Weiter: Wer sanktioniert seit wann mehr? und das Magazinkapitel Blockaden der Weltwirtschaft.
Quellen
- Global Trade Alert: Forced-Labour Section 301 Tariffs on 60 Economies Take Effect on 24 July, 24.7.2026. https://globaltradealert.org/blog/forced-labour-section-301-final-action
- Supreme Court der USA, Learning Resources, Inc. v. Trump, Urteil vom 20.2.2026; Überblick mit Folgen (Section 122, Section 301, Erstattungen) bei Wikipedia, Stand Juli 2026. https://en.wikipedia.org/wiki/Learning_Resources,_Inc._v._Trump
- China Briefing (Dezan Shira): Trump-Xi Meeting, US and China Agree to Tariff, Rare Earth Concessions, November 2025. https://www.china-briefing.com/news/trump-xi-meeting-outcomes-and-implications/
- Rinnovabili: Chinese rare earth exports, Trump-Xi truce extended to Jan 2027, 25.9.2026. https://www.rinnovabili.net/policy-and-affairs/environmental-policies/chinese-rare-earth-exports-trump-xi-truce/
- Federal Register, 13.10.2022, BIS: Implementation of Additional Export Controls, Certain Advanced Computing and Semiconductor Manufacturing Items. https://www.govinfo.gov/content/pkg/FR-2022-10-13/html/2022-21658.htm
- Federal Register, 5.12.2024, BIS: weitere Kontrollen für Halbleiterfertigung und Speicherchips. https://www.govinfo.gov/content/pkg/FR-2024-12-05/html/2024-28270.htm
- NVIDIA, Ergebnis erstes Quartal Geschäftsjahr 2026, Form 8-K, 28.5.2025. https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1045810/000104581025000115/q1fy26pr.htm
- Global Trade Alert: Themenseiten („Threads“) und deren Exportdateien, Stand 2.11.2026; Lizenz CC BY-NC 4.0. https://globaltradealert.org/threads/harmful-trade-interventions
- GvW Graf von Westphalen: China Export Control Update, November 2025 (Bekanntmachungen 46/2024, 18/2025, 61/2025, 70/2025, 72/2025). https://www.gvw.com/en/news/blog/detail/china-export-control-update
- dpa-AFX über onvista: Materialmangel in der Industrie, China wahrscheinliche Ursache, 1.12.2025 (ifo-Umfrage). https://www.onvista.de/news/2025/12-01-roundup-materialmangel-in-industrie-china-wahrscheinliche-ursache-0-10-26455522
- Proklamation des US-Präsidenten vom 3.6.2025 zur Erhöhung der Zölle auf Stahl und Aluminium (Section 232) auf 50 Prozent. https://www.govinfo.gov/content/pkg/DCPD-202500655/html/DCPD-202500655.htm
- Eurostat Comext, eigene Auswertung von Helfen statt Blockieren (Tiefenrecherche Wirtschaftsfolgen und Kurzstudie US-Exporte, beide 3.11.2026). https://ec.europa.eu/eurostat/comext/newxtweb/
- Yale Budget Lab: The State of U.S. Tariffs, 24.7.2026. https://budgetlab.yale.edu/sites/default/files/page_to_pdf/1568/publication_1568.pdf
- Europäische Kommission, Access2Markets: Ausgleichszölle auf batterieelektrische Fahrzeuge aus China, 30.10.2024. https://trade.ec.europa.eu/access-to-markets/en/news/eu-commission-imposes-countervailing-duties-imports-battery-electric-vehicles-bevs-china
- Europäische Kommission, GD FISMA: EU adopts 20th package of sanctions against Russia, 23.4.2026. https://finance.ec.europa.eu/news/eu-adopts-20th-package-sanctions-against-russia-2026-04-23_en
- Rat der EU: Ausschluss bestimmter russischer Banken aus SWIFT, Pressemitteilung 2.3.2022. https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2022/03/02/russia-s-military-aggression-against-ukraine-eu-bans-certain-russian-banks-from-swift-system-and-introduces-further-restrictions/
- Yalcin, Felbermayr, Kariem, Kirilakha, Kwon, Syropoulos, Yotov: The Global Sanctions Data Base, Release 4. CGPA Working Paper 2025-02, Drexel University, 22.1.2025 (nicht begutachtet). https://www.lebow.drexel.edu/sites/default/files/2025-01/wp2025002-global-sanctions-db-v2.pdf
- Crozet, Hinz: Friendly fire, the trade impact of the Russia sanctions and counter-sanctions. Economic Policy 35(101), 2020, S. 97 bis 146. https://econpapers.repec.org/RePEc:oup:ecpoli:v:35:y:2020:i:101:p:97-146.
- Hufbauer, Schott, Elliott, Oegg: Economic Sanctions Reconsidered, 3. Auflage, Peterson Institute 2007, Kapitel 1 (Leseprobe des Verlags), Tabellen 1.1 und 1A.1. https://www.piie.com/publications/chapters_preview/4075/01iie4075.pdf
- SWIFT: SWIFT instructed to disconnect sanctioned Iranian banks following EU Council decision, März 2012. https://www.swift.com/insights/press-releases/swift-instructed-to-disconnect-sanctioned-iranian-banks-following-eu-council-decision
- Gross, Beane: From chokepoint to crisis, The Strait of Hormuz and global oil markets. Brookings, 8.6.2026. https://www.brookings.edu/articles/from-chokepoint-to-crisis-the-strait-of-hormuz-and-global-oil-markets/
- Kilian, Plante, Richter: What the closure of the Strait of Hormuz means for the global economy. Federal Reserve Bank of Dallas, 20.3.2026. https://www.dallasfed.org/research/economics/2026/0320
- IWF: World Economic Outlook, Oktober 2026, 13.10.2026. https://www.imf.org/en/publications/weo/issues/2026/10/13/world-economic-outlook-october-2026
- White & Case: EU to provisionally apply EU-Mercosur Interim Trade Agreement pending CJEU opinion, 10.3.2026. https://www.whitecase.com/insight-alert/eu-provisionally-apply-eu-mercosur-interim-trade-agreement-pending-cjeu-opinion
- Euronews: EU says Mercosur deal set for provisional application from 1 May, 23.3.2026. https://euronews.com/my-europe/2026/03/23/eu-says-mercosur-deal-set-for-provisional-application-from-1-may
- The Star: Asean-China Free Trade Area Upgrade marks major boost, 28.10.2025. https://www.thestar.com.my/news/nation/2025/10/28/asean-china-free-trade-area-upgrade-marks-major-boost-in-economic-cooperation-trade-facilitation
- California Chamber of Commerce: President Signs Another Short-Term Renewal of Trade Preference for African Nations, 8.9.2026. https://advocacy.calchamber.com/news/2026/09/president-signs-another-short-term-renewal-of-trade-preference-for-african-nations
- Katar-Krise 2017 bis 2021, Überblick mit Belegen (Wikipedia). https://en.wikipedia.org/wiki/Qatar_diplomatic_crisis
- ICIR Nigeria: ECOWAS lifts sanctions on Niger, Mali, Burkina Faso, 24.2.2024. https://www.icirnigeria.org/ecowas-lifts-sanctions-on-niger-mali-burkina-faso/
- Prisoners Defenders: Presos políticos en Cuba, Bericht für September 2026, 15.10.2026. https://www.prisonersdefenders.org/2026/10/15/presos-politicos-cuba-septiembre-2026/
- WTO: 32nd Report on G20 Trade Measures (Mitte Oktober 2024 bis Mitte Oktober 2025), 13.11.2025. https://www.wto.org/english/news_e/news_docs/32nd_WTO_Report_on_G20_Trade_Measures.pdf
- WTO: Trade monitoring, Bericht über alle Mitglieder, 2.12.2025. https://www.wto.org/english/news_e/news25_e/trdev_02dec25_225_e.htm
- Aiyar u. a.: Geoeconomic Fragmentation and the Future of Multilateralism, IWF Staff Discussion Note SDN/2023/001, 15.1.2023; Zahlen nach Reuters, wiedergegeben von Malay Mail, 16.1.2023. https://www.malaymail.com/news/money/2023/01/16/imf-says-fragmentation-could-cost-global-economy-up-to-7pc-of-gdp/50425
- WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala, wiedergegeben von Islands Business, 4.5.2023. https://islandsbusiness.com/news-break/trade-fragmentation/
- Cross-Border Interbank Payment System, Übersicht mit Zahlen aus den Zahlungsverkehrsberichten der chinesischen Zentralbank 2023 und 2024 (Wikipedia). https://en.wikipedia.org/wiki/Cross-Border_Interbank_Payment_System
