Helfen statt Blockieren

Wissen, Leitartikel

Kuba 2026 als Fall: was die Woche zeigt

· Redaktion Helfen statt Blockieren

Jedes Jahr stellt Helfen statt Blockieren einen Fall in die Mitte. 2026 ist es Kuba: mit einem der ältesten noch bestehenden Embargos und mit einer Führung, die eigene Hürden baut und Menschen aus politischen Gründen in Haft hält. Dieser Leitartikel zeigt, wie sich die sechs Schritte des Bereichs Wissen an diesem Fall wiederfinden und an welchem Tag die Woche sie aufgreift.

Wissen in sieben Schritten: Schritt 7

130 : 17 : 25Ja, Nein und Enthaltungen bei der UN-Abstimmung über das US-Embargo am 28.10.2026Vereinte Nationen
−44,3 %Ausfuhren der EU nach Kuba, 2025 gegen 2015Eurostat, Auswertung Helfen statt Blockieren
15.200private Klein- und Mittelbetriebe im Juli 2026EFE, Angaben kubanischer Behörden, 8.7.2026
1.351politische Gefangene, Stand September 2026Prisoners Defenders, 15.10.2026

Warum Kuba

Das US-Embargo gegen Kuba besteht seit Anfang der 1960er Jahre und gehört zu den ältesten noch bestehenden Fällen in der Sammlung von Hufbauer und Mitautoren. Das Helms-Burton-Gesetz von 1996 richtet sich ausdrücklich auch an Firmen aus Drittstaaten; es war der Anlass für die EU-Abwehrverordnung, die am 22. November 2026 dreißig Jahre alt wird. An Kuba lässt sich deshalb jeder Schritt dieses Bereichs zeigen, und an Kuba lässt sich auch zeigen, warum eine Seite allein nicht genügt.

Die Schritte am Fall

Was die Blockade ist. Ein umfassendes Embargo, 2026 verschärft: Die Executive Order 14380 vom 29. Januar erlaubt Zusatzzölle gegen Länder, die Kuba Öl liefern; eine Anordnung vom 1. Mai erlaubt Sanktionen gegen ausländische Firmen und Banken, die in Energie, Verteidigung, Bergbau, Finanzen oder Sicherheit mit der kubanischen Regierung Geschäfte machen. Seit dem 20. Januar 2025 führen die USA Kuba wieder als Staat, der den Terrorismus unterstützt.

Wen sie trifft. Bis August 2026 brach das Stromnetz sechsmal landesweit zusammen. Die UN-Sonderberichterstatterin beschrieb nach ihrem Besuch im November 2025 einen Mangel an Medikamenten, Lebensmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen und forderte die USA auf, die Sanktionen zu beenden. Das Kubanische Observatorium für Menschenrechte widersprach: Die Not habe ihre Ursache im System, nicht in Sanktionen von außen.

Was sie kostet. Die kubanische Regierung nennt vor den Vereinten Nationen 147 bis 164 Milliarden US-Dollar; ein Arbeitspapier des Autors hält die Summe für methodisch zu hoch. Die Ausfuhren der EU nach Kuba sind seit 2015 um 44,3 Prozent gesunken, die Daten zeigen den Rückgang, nicht seinen Grund.

Was erlaubt ist. Lebensmittel und Medikamente aus den USA sind seit 2000 ausgenommen; 2025 lieferten die USA Agrargüter für 476,74 Millionen US-Dollar. Für Firmen in der EU ist der Handel mit Kuba erlaubt, und die Abwehrverordnung verbietet, Helms-Burton zu befolgen.

Wie Hilfe ankommt. Über Hilfswerke mit Partnern im Land und über Händler, die ihre Unterlagen in Ordnung haben. Western Union stellte die Überweisungen nach Kuba im Februar 2025 erneut ein; rund 200 ausländische Banken haben nach Angaben an die UN seit 2021 ihre Beziehungen beendet.

Was jeder tun kann. 15.200 private Klein- und Mittelbetriebe kaufen im Ausland Lebensmittel, Baustoffe und Ersatzteile; seit 2026 dürfen sie direkt importieren. Wer an sie liefert, findet in „Kubas Privatfirmen“ die Prüfpunkte.

Die zweite Hälfte

Ein erheblicher Teil der Not ist hausgemacht. Die Währungsreform von 2021 wertete den Peso drastisch ab und löste eine schwere Inflation aus; staatliche Vorgaben und enge Grenzen für private Initiative bremsen auch erlaubten Handel; die Lockerungen von 2026 sind angekündigt, wie schnell sie wirken, ist offen. Amnesty International dokumentiert Menschen, die aus politischen Gründen in Haft sind, und nannte die Freilassungen des Jahres 2025 selektiv; Prisoners Defenders zählte im September 2026 1.351 politische Gefangene. Das Europäische Parlament verlangte am 18. Juni 2026 ihre Freilassung, tiefgreifende Reformen und zugleich mehr Hilfe gegen die humanitäre Krise.

Wie die Welt abstimmt

Am 28. Oktober 2026 forderte die UN-Generalversammlung zum 34. Mal ein Ende des US-Embargos: 130 Staaten dafür, 17 dagegen, 25 Enthaltungen. Ein Jahr zuvor waren es 165 Ja-Stimmen; 130 ist die niedrigste Zahl seit 1995. Deutschland enthielt sich; 2025 hatte es noch zugestimmt. Die USA legten in der Debatte Fotos vor, die nach ihren Angaben Korruption in Kuba zeigen; Kubas Außenminister sprach vom Versuch, das kubanische Volk „weiter zu würgen“. Die Zahlen seit 1992 und wie unterschiedlich berichtet wurde, stehen in „Die UN-Abstimmung einordnen“.

Die Woche als Fall

Die Woche „Helfen statt Blockieren“ stellt beide Hälften nebeneinander und überlässt das Urteil dem Publikum. Jeder Tag greift einen Teil des Weges auf.

  1. Zwölf WorkshopsUnter anderem „Das Schutzrecht, das schweigt“ (W2), „Allowed and still blocked“ (W5), „Die Kosten des Embargos und die Disziplin der Zahl“ (W6) und „Erlaubt und doch blockiert: Überbefolgung in Banken und Unternehmen“ (W8). Schritte 3 bis 5.
  2. Gesprächsrunde der Jugend und „Der Maßstab der Freiheit“Offene Runde ab 16 Jahren: Blockaden und wer sie spürt. Schritt 2.
  3. 30 Jahre EU-AbwehrverordnungGespräche mit Gästen in der Heilige-Geist-Kirche in Moabit, unter anderem mit Prof. Dr. Stefan Oeter. Schritt 4.
  4. Forum im Galli TheaterStimmen aus Wissenschaft, Literatur und Menschenrechtsarbeit, darunter Prof. Dr. Kai Ambos und Orlando Luis Pardo Lazo; Gabriele Stein stellt sechs Fälle politischer Gefangener vor. Schritte 1 bis 7.
  5. Schultag auf Deutsch und Spanisch„Der Maßstab der Freiheit“ mit Nachgespräch. Für angemeldete Schulklassen.

Das ganze Programm mit Orten und Zeiten steht unter Programm Tag für Tag. Welcher Fall 2027 in der Mitte steht, entscheidet ein Votum: Fachleute stellen drei bis vier geprüfte Vorschläge auf, jede registrierte Person hat eine Stimme, kein Geldgeber stimmt als Geldgeber mit.

Dieser Leitartikel ist eine Information und keine Rechtsberatung. Er gibt die Sicht der Redaktion wieder und stützt sich auf die genannten Quellen und die verlinkten Bausteine. „Helfen statt Blockieren“ ist überparteilich.

Quellen

Alle Online-Quellen abgerufen am 3. November 2026.

Alle sieben Schritte