2026 haben die USA ihre Maßnahmen gegen Kuba verschärft. Zugleich wächst die Not im Land auch aus Gründen, die nicht von außen kommen. Ein Überblick, der beides zeigt.
Was sich 2026 von außen geändert hat
Am 29. Januar 2026 erklärte der US-Präsident mit der Executive Order 14380 einen nationalen Notstand wegen Kuba. Sie erlaubt Zusatzzölle gegen Länder, die Kuba direkt oder indirekt mit Öl beliefern. Als Gründe nennt die Anordnung die Nähe der kubanischen Regierung zu Russland, China und Iran, ausländische Nachrichtendienste auf der Insel sowie Menschenrechtsverletzungen und politische Unterdrückung. Eine weitere Anordnung vom 1. Mai 2026 erlaubt Sanktionen gegen ausländische Firmen, Banken und Personen, die in Energie, Verteidigung, Bergbau, Finanzen oder Sicherheit mit der kubanischen Regierung Geschäfte machen.
Am 28. Oktober 2026 forderte die UN-Generalversammlung zum 34. Mal ein Ende des Embargos: 130 Staaten stimmten dafür, 17 dagegen, 25 enthielten sich. Ein Jahr zuvor waren es 165 Ja-Stimmen.
Was im Land fehlt
Bis zum 3. August 2026 brach das Stromnetz sechsmal landesweit zusammen. Die UN-Sonderberichterstatterin Alena Douhan beschrieb nach ihrem Besuch im November 2025 einen Mangel an Medikamenten, Lebensmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen und die Abwanderung von Ärzten, Lehrern und Ingenieuren; sie forderte die USA auf, die Sanktionen zu beenden. Das Kubanische Observatorium für Menschenrechte widersprach: Die Not habe ihre Ursache im kommunistischen System, nicht in Sanktionen von außen.
Was im Land selbst blockiert
Ein erheblicher Teil der jüngsten Not ist hausgemacht. Die Währungsreform „Tarea Ordenamiento“ wertete 2021 den Peso um eine Größenordnung von 2.300 Prozent ab und löste eine schwere Inflation aus. Staatliche Vorgaben für Wirtschaft und Handel und enge Grenzen für private Initiative kommen hinzu. Amnesty International dokumentiert Menschen, die aus politischen Gründen in Haft sind, und nannte die Entlassungen des Jahres 2025 am 19. Januar 2026 selektiv.
Die Disziplin der Zahl
Die kubanische Regierung beziffert den Schaden des Embargos vor den Vereinten Nationen auf eine Größenordnung von 147 bis 164 Milliarden US-Dollar. Nach dem Arbeitspapier ist diese Summe methodisch aufgebläht, unter anderem durch eine Anpassung an den Goldpreis. Die Forschung findet bei einseitigen US-Sanktionen ein um 0,75 bis 1 Prozentpunkte jährlich geringeres Wachstum, über sieben Jahre zusammen 13,4 Prozent: ein realer, aber begrenzter Schaden. Die belastbare Frage ist nicht die Summe über Jahrzehnte, sondern die Differenz: Was verschwände ohne Embargo, und was bliebe?
Beides zeigen
Die Woche „Helfen statt Blockieren“ stellt beide Hälften nebeneinander und überlässt das Urteil dem Publikum. Die kubanische Regierung spricht vom „bloqueo“, die Vereinten Nationen vom Embargo; wir verwenden „US-Embargo“.
Quellen
- Baker McKenzie Sanctions News, Bericht zu Executive Order 14380 vom 29.1.2026, 4.2.2026
- CiberCuba, Bericht zur Anordnung vom 1.5.2026, 1.5.2026
- Vereinte Nationen, Generalversammlung, 28.10.2026; Zahlen nach UNI (29.10.2026) und NTN24
- Bloomberg Línea, 3.8.2026 (sechster landesweiter Stromausfall 2026)
- OHCHR, Erklärung der Sonderberichterstatterin Alena Douhan, November 2025 (Bericht Devdiscourse, 24.11.2025)
- CiberCuba, Antwort des Observatorio Cubano de Derechos Humanos an die Sonderberichterstatterin, November 2025
- Amnesty International, „Cuba: a un año de excarcelaciones selectivas …“, 19.1.2026
- Neuenkirch und Neumeier, „The impact of UN and US economic sanctions on GDP growth“, European Journal of Political Economy 40 (2015)
abgerufen am 2. November 2026
