Seit 2025 gelten in den USA neue Zölle auf Waren aus der EU, und die Regeln haben sich seither mehrmals geändert. Diese Kurzstudie vergleicht die deutschen Ausfuhren in die USA von Januar bis August 2024, dem letzten vollen Vergleichszeitraum vor den Zöllen, mit denselben Monaten 2025 und 2026, getrennt nach 15 Warengruppen.
Ergebnis in vier Zahlen
Frage und Daten
Die Frage ist einfach: In welchen Warengruppen ist das Geschäft mit den USA seit den Zöllen geschrumpft, und wo ist es gewachsen? Grundlage sind die monatlichen Außenhandelsdaten von Eurostat (Datenbank Comext, Datensatz DS-045409): Meldeland Deutschland, Partnerland USA, Ausfuhr, Wert in Euro. Verglichen werden jeweils die Monate Januar bis August, weil August 2026 der letzte veröffentlichte Monat ist (Stand der Daten 16. Oktober 2026). Die 15 ausgewählten Kapitel des Harmonisierten Systems decken 2024 rund 84 Prozent der deutschen Ausfuhren in die USA ab; sie enthalten die großen Industriegruppen und Waren, die für Handel und Mittelstand typisch sind.
Zur Kontrolle: Eurostat zählt nach dem Gemeinschaftskonzept, das Statistische Bundesamt nach dem Spezialhandel. Die Ergebnisse liegen trotzdem nah beieinander. Für das Jahr 2025 ergibt die Eurostat-Reihe 146,9 Milliarden Euro, das Statistische Bundesamt meldet 146,2 Milliarden Euro; für das erste Halbjahr 2026 ergibt sie minus 6,2 Prozent, das Amt meldet minus 6,1 Prozent.
Ergebnisse
Von Januar bis August 2024 lieferte Deutschland Waren für 107,5 Milliarden Euro in die USA, im selben Zeitraum 2025 für 99,7 und 2026 für 100,6 Milliarden Euro. Gegenüber 2024 ist das ein Minus von 6,5 Prozent; gegenüber 2025 hat sich der Wert kaum verändert (plus 0,9 Prozent). Für die ganze EU verlief die Kurve anders: 352,3, dann 384,8 und zuletzt 335,8 Milliarden Euro, also erst ein Plus von 9,2 Prozent und dann ein Minus von 12,7 Prozent.
Ausfuhren Deutschlands in die USA, Prozent, nach Kapiteln des Harmonisierten Systems (HS). 2024 ist das Vergleichsjahr vor den Zöllen.
| Warengruppe | Veränderung |
|---|---|
| Eisen und Stahl (HS 72) | −44,7 % |
| Kraftwagen und Teile (HS 87) | −26,8 % |
| Organische Chemikalien (HS 29) | −23,2 % |
| Waren aus Eisen und Stahl (HS 73) | −17,0 % |
| Spielzeug und Sportgeräte (HS 95) | −13,8 % |
| Getränke (HS 22) | −12,2 % |
| Kosmetik und Duftstoffe (HS 33) | −8,5 % |
| Mess-, Optik- und Medizintechnik (HS 90) | −4,6 % |
| Kunststoffe (HS 39) | −4,4 % |
| Maschinen (HS 84) | −3,7 % |
| Möbel und Leuchten (HS 94) | −0,8 % |
| Elektrische Maschinen und Geräte (HS 85) | +6,2 % |
| Pharmazeutische Erzeugnisse (HS 30) | +9,2 % |
| Schuhe (HS 64) | +36,5 % |
| Aluminium (HS 76) | +58,1 % |
Auswertung: Helfen statt Blockieren. Daten: Eurostat Comext, DS-045409, Stand 16.10.2026, abgerufen am 3.11.2026.
Den größten Rückgang in Euro gibt es bei Kraftwagen und Teilen: 6,0 Milliarden Euro oder 26,8 Prozent. Eisen und Stahl verlieren 44,7 Prozent, Waren aus Eisen und Stahl 17,0 Prozent, organische Chemikalien 23,2 Prozent. Bei Maschinen, der zweitgrößten Gruppe, ist der Rückgang mit 3,7 Prozent kleiner. Auch Konsumgüter, mit denen viele Händler arbeiten, liegen unter dem Wert von 2024: Spielzeug und Sportgeräte um 13,8 Prozent, Getränke um 12,2 Prozent, Kosmetik um 8,5 Prozent. Gewachsen sind pharmazeutische Erzeugnisse (plus 9,2 Prozent) und elektrische Maschinen (plus 6,2 Prozent). Schuhe (plus 36,5 Prozent) und Aluminium (plus 58,1 Prozent) wachsen von kleiner Basis; die Daten zeigen nicht, warum.
Ausfuhren Deutschlands in die USA, Milliarden Euro, je Jahr.
| Warengruppe | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|
| Kraftwagen und Teile | 22,5 | 19,3 | 16,5 |
| Maschinen | 21,8 | 20,0 | 21,0 |
| Pharmazeutische Erzeugnisse | 18,1 | 18,2 | 19,8 |
| Elektrische Maschinen und Geräte | 10,4 | 10,2 | 11,1 |
| Mess-, Optik- und Medizintechnik | 8,0 | 7,9 | 7,6 |
Auswertung: Helfen statt Blockieren. Daten: Eurostat Comext, DS-045409, Stand 16.10.2026, abgerufen am 3.11.2026.
Die Monatswerte zeigen den Verlauf. Der August 2025 war der schwächste Monat der Reihe; Juli und August 2026 lagen wieder deutlich höher.
Milliarden Euro, nicht saisonbereinigt. Linie je Jahr; 2026 bis August.
| Monat | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|
| Januar | 11,9 | 11,9 | 11,3 |
| Februar | 13,8 | 13,9 | 11,9 |
| März | 14,4 | 15,2 | 13,1 |
| April | 14,4 | 13,1 | 11,4 |
| Mai | 13,3 | 11,7 | 12,5 |
| Juni | 13,0 | 11,8 | 12,7 |
| Juli | 14,2 | 12,2 | 15,5 |
| August | 12,6 | 9,8 | 12,1 |
| September | 14,6 | 13,3 | noch offen |
| Oktober | 13,3 | 12,2 | noch offen |
| November | 14,3 | 11,3 | noch offen |
| Dezember | 11,5 | 10,4 | noch offen |
Auswertung: Helfen statt Blockieren. Daten: Eurostat Comext, DS-045409, Stand 16.10.2026, abgerufen am 3.11.2026.
Was die Zahlen nicht sagen
- Sie sind nominal: Preise und der Kurs von Euro und US-Dollar sind nicht herausgerechnet.
- Sie zeigen Bewegung, nicht Ursache. Neben den Zöllen wirken Nachfrage, Vorzieheffekte vor Zollterminen und Verlagerungen der Produktion in die USA.
- Kleine Gruppen schwanken stark; einzelne Großaufträge können den Wert eines Jahres prägen.
- Eurostat überarbeitet Monatswerte nachträglich. Wer nachrechnet, bekommt mit neuen Daten etwas andere Ergebnisse.
Nachrechnen
Die Rohdaten liegen als CSV-Dateien vor, die Rechnung als Python-Skript ohne Zusatzbibliotheken: daten/auswertung.py. Mit python3 auswertung.py --abruf lädt es die Daten neu von Eurostat, ohne Zusatz rechnet es aus den gespeicherten Dateien. Ergebnisdateien: ergebnis_summen.csv, ergebnis_kapitel.csv, ergebnis_monat_de_us.csv.
Was die Regeln im Einzelnen besagen, steht im Artikel „Zölle 2025 bis 2026: Was beim Händler ankommt“.
Dieser Beitrag ist eine Information und keine Rechtsberatung. Er gibt die Sicht des Autors wieder. „Helfen statt Blockieren“ ist überparteilich.
Quellen
- Eurostat, Comext, Datensatz DS-045409 „EU trade since 1988 by HS2-4-6 and CN8“, Abruf über die öffentliche Comext-API, Stand 16.10.2026, https://ec.europa.eu/eurostat/api/comext/dissemination/statistics/1.0/data/DS-045409
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung 056 vom 20.2.2026 (Jahr 2025, Abgleich), https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_056_51.html
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung 296 vom 20.8.2026 (1. Halbjahr 2026, Abgleich), https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_296_51.html
- Europäische Kommission, Themenseite „EU-US trade deal“ (Stahl und Aluminium), https://commission.europa.eu/topics/trade/eu-us-trade-deal_en
- Rechnung: redaktion/daten/auswertung.py, Rohdaten roh_*.csv, Ergebnisse ergebnis_*.csv
Alle Online-Quellen abgerufen am 3. November 2026.
